Details zur Veranstaltung

11.03.2020

Drei Schulen vorsorglich eine weitere Woche geschlossen

Presse- und Informationsdienst

des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis

 

Drei Schulen vorsorglich eine weitere Woche geschlossen

 

Gymnasien Weikersheim und Tauberbischofsheim sowie Realschule
St. Bernhard in Bad Mergentheim betroffen – Risiken ausschließen

 

Das Gymnasium Weikersheim, das Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim und die Realschule St. Bernhard in Bad Mergentheim bleiben rein vorsorglich noch eine zweite Woche bis einschließlich Freitag, 20. März, geschlossen. Auf diese Schutzmaßnahme haben sich das Landratsamt Main-Tauber-Kreis und die betreffenden Kommunen in Abstimmung mit den Schulleitungen gemeinsam verständigt.

 

Anlass für die Schulschließungen sind die am Samstag, 7. März, festgestellten Fälle von Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, von denen auch einige Kinder und Jugendliche betroffen sind. Die so genannte Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome, kann beim neuartigen Coronavirus nach dem Stand der Medizin bis zu zwei Wochen betragen. Daher soll nun bestmöglich sichergestellt werden, dass in diesen drei Schulen keine weiteren Infektionen auftreten können und mögliche Infektionsketten unterbunden werden.

 

„Wir haben hier eine Interessenabwägung vorgenommen und eine Entscheidung getroffen, die den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Corona-Arbeitsstabes im Landratsamt. „Insbesondere danke ich den drei betroffenen Kommunen und den Schulleitungen für das konstruktive Miteinander.“ Das Landratsamt sei sich bewusst, dass eine zweiwöchige Schulschließung mit großen Herausforderungen für die betroffenen Familien verbunden sein kann. Auch dieser Aspekt sei in die Abwägung eingeflossen. „Jedoch hat die bestmögliche Unterbindung von möglichen Infektionsketten für uns die höchste Priorität, wir möchten jedes Risiko so gut es geht vermeiden.“ Gleichzeitig ruft Schauder weiter zu Ruhe und Besonnenheit auf. „Die 24 bestätigten Fälle und ihre ermittelten Kontaktpersonen sind in entsprechender Isolation.“

 

Das Landratsamt weist außerdem darauf hin, dass alle anderen Schulen im Landkreis derzeit nach Abwägung aller Argumente geöffnet bleiben, weil dort bisher keine Infektionen bestätigt wurden. Von bestätigten Infektionen sind direkt nur drei Schulklassen und eine Jahrgangsstufe betroffen.

 

Zu den Schließungen gelten weiterhin folgende ergänzende Informationen:

 

  1. Für insgesamt drei Klassen und eine Jahrgangsstufe, die von einer bestätigten Corona-Infektion direkt betroffen sind, hat das Gesundheitsamt eine häusliche Isolation der Schülerinnen und Schüler für 14 Tage angeordnet, also während der gesamten Dauer der Schulschließung. Gleiches gilt für die Lehrkräfte, die in diesen Klassen unterrichtet haben. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes werden die betroffenen Klassen weiterhin nicht öffentlich genannt.
  2. Für alle weiteren Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und sonstiges Personal der drei Schulen gilt die dringende Empfehlung, Kontakte zu anderen Menschen soweit wie möglich zu reduzieren und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben, also auch von Freizeitaktivitäten jeglicher Art außer Haus abzusehen. Diese Empfehlung wird nun bis einschließlich Freitag, 20. März, verlängert.
  3. Für die übrigen Haushaltsangehörigen (Eltern und Geschwister etc.) gilt aktuell Folgendes:
    1. Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, vermeiden – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte und sollten nach Möglichkeit vorläufig zu Hause bleiben. Inzwischen gilt u.a. ganz Italien sowie die Region Grand Est in Frankreich als Risikogebiet. Grand Est umfasst Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne.
    2. Bei Personen, die nicht in einem Risikogebiet waren und keinen Kontakt zu einem bestätigt am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten, sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen nötig.
    3. Personen, die in einem Risikogebiet waren und innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr von dort Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, Durchfall u.a. bekommen, vermeiden alle nicht notwendigen Kontakte und bleiben zu Hause. Diese Personen setzen sich umgehend telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung oder nehmen außerhalb der Sprechzeiten Kontakt mit dem kassenärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116 117 auf. Ganz wichtig ist, dass ohne vorherige telefonische Kontaktaufnahme keine Arztpraxis oder Klinik aufgesucht werden darf.
    4. Personen, die während ihres Aufenthalts in einem Risikogebiet oder innerhalb der vergangenen 14 Tage Kontakt zu einem bestätigt an COVID-19 Erkrankten hatten, kontaktieren umgehend das örtlich zuständige Gesundheitsamt. Dies muss in jedem Fall erfolgen – unabhängig vom Auftreten von Symptomen. Für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Main-Tauber-Kreises ist das Gesundheitsamt des Landratsamtes zuständig, das unter der Telefonnummer 09341/82-5579 erreichbar ist.

 

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus bietet das Landratsamt ein Bürgertelefon für Fragen aus der Bevölkerung an. Die Telefonnummer lautet 09341/82-4010. Das Bürgertelefon ist montags bis sonntags durchgehend von 8.30 Uhr bis 18 Uhr geschaltet. Das Landratsamt bietet darüber hinaus fortlaufend aktualisierte Informationen und Links unter www.main-tauber-kreis.de/coronavirus an. Des Weiteren können sich Bürgerinnen und Bürger ebenfalls täglich – auch am Wochenende – zwischen 9 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0711/904-39555 an die Hotline des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg wenden. lra

 

 

Medienkontakt: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Büro des Landrats, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5612, Telefax 09341/82-5690, pressestelle@main-tauber-kreis.de